Renovierung und Restaurierung

Bei der Renovierung wurde die alte Schönheit des Klosters wiederhergestellt, der heutige Zustand gibt die barocken Eigenheiten vom Ende des 17., Anfang des 18. Jahrhunderts wieder.

Vom ehemaligen mittelalterlichen Klostergebäude ist relativ wenig erhalten geblieben, die Überreste wurden südlich und östlich der zweigeschoßigen Sakristei der Kirche, die 1493 gebaut wurde und auch heute noch weitgehend erhalten ist, entdeckt.

Kloster Wandorf

Über das Gebäude, das wohl auch einen zentralen Innenhof gehabt hat, wissen wir eigentlich nur, wie es mit der Kirche verbunden war. Das Kloster war – wie man aus den drei Spitzbogenfenstern der Kirche schließen kann – höchstwahrscheinlich ebenerdig. Vom nördlichen Abschnitt des Kreuzgangs, der entlang der Kirchenmauer verlief, gab es ein Tor in die Kirche, dessen Leibung auf dem Klostergang und dessen Rahmen in der Kirche zu sehen ist.  Auch der heute nicht mehr vorhandene Kreuzgang führte hierher. Nördlich davon ist eine andere Tür zu sehen, die dazu diente, den Chor, der vom Kirchenschiff durch den Lettner abgetrennt war, vom Kloster zu erreichen. Daneben, am Anfang des nördlichen Flügels des Kreuzganges, gibt es eine zugemauerte Tür, die in die Sakristei führte.  Im Rahmen der Renovierungsarbeiten, als man das Treppenhaus nach oben erweiterte, wurde das einzige erhaltene Fenster der Sakristei der mittelalterlichen Kirche entdeckt. Dessen Schluss blieb aber nicht erhalten, deshalb ist ungewiss, ob es ein Rundbogen-, Spitzbogenfester war oder oben gerade abschloss.

Mit dem Bau des neuzeitlichen Klosters wurde zwischen 1610 und 1614 begonnen, und nachdem im Jahre 1644 hier ein Ordenskapitel abgehalten wurde, über dem Haupteingang die Jahreszahl 1643 zu lesen ist, waren bis dahin die Bauarbeiten weitgehend beendet. Zum Bau des neuen Gebäudes wurde kaum etwas vom Material des alten Klosters verwendet. Die gotischen Kirchenfenster, die sich zum Kloster hin befinden, wurden damals zugemauert. Sie wurden zwischen 1956 und 1959 von Ernő Szakál wieder entdeckt und freigelegt. Aus den Bruchstücken folgerte er auf die ursprüngliche Form des Maßwerks, das in der Hoffnung neu angefertigt wurde, dass die Fenster auch wirklich wieder geöffnet werden dürfen.  Sie wurden aber erst jetzt, im Rahmen der Renovierungsarbeiten, wieder geöffnet und mit dem damals angefertigten Maßwerk versehen. Die Fenster sind von der neuen Bibliothek aus zu sehen.

Das heutige Gebäude ist das Ergebnis mehrerer Bauperioden. Am Bau des Klosters und an den Umbauarbeiten im Laufe der Jahrhunderte waren die Adelsfamilien Széchényi, Eszterházy und Csáky sowie der rekatholisierte Franz Nádasdy beteiligt. Zu Zeiten der Karmelitinnen 1892 wurde über dem zugemauerten Eingang der Pauliner das Nádasdy-Eszterházy-Wappen angebracht.

Im Vergleich zu den Paulinerklöstern, die im 17. und 18. Jahrhundert gebaut wurden, gehört der Kreuzgang in Sopronbánfalva mit seinen 4×5 Arkaden zu den bedeutendsten. Im Innenhof, dem Quadrum, wurde von den Archäologen ein Bodenbelag aus großen runden Steinen entdeckt. Auf den Hof führten seinerzeit nur zwei Türen, alle anderen Bogen waren nur fenstergroß und wurden im 18. Jahrhundert dann auch verglast.  Der Hof füllte sich im Laufe der Jahrhunderte langsam mit Erdreich.

Im Kreuzgangabschnitt im Erdgeschoß, der entlang der Kirchenmauer verläuft, wurden eine mittelalterliche Abflussrinne und Beichtfenster aus späterer Zeit entdeckt.  Im Kreuzgang im Obergeschoss wurde ein gotischer Steinrahmen mit ungewöhnlichen Maßen (3 Felder) in der Kirchenmauer entdeckt und hier gibt es auch ein Guckfenster in den Kirchenraum. (Ein Abschnitt des Ganges diente nämlich als Krankenquartier und die Kranken konnten durch dieses Guckfenster am Gottesdienst teilnehmen.) Vom Erdgeschoß in den ersten Stock gelangte man über eine barocke Steinstiege. Diese war mit spätbarocken Holzstufen verkleidet, waren die Steine doch bald schon sehr abgenützt. Im Rahmen der Renovierung wurden die Stufen von Steinrestauratoren aufgefüllt und sind jetzt wieder wie ursprünglich benutzbar.

Der wichtigste Raum des Klosters ist das Refektorium, der ehemalige Speisesaal der Mönche. Das Refektorium der Paulinermönche wurde 1668 fertig gestellt und hatte zuerst eine Holz- später eine Stichkappendecke. Der Plafond wurde 1719 mit Stukkos und Malereien verziert (während der Restaurierungsarbeiten fand man im westlichen Teil, über einem Kämpfer, die Jahreszahl 1709). Die Fresken wurden später mit leichten Hammerschlägen aufgebrochen und verputzt, die Stukkos wurden mehrere hundert Male übermalt; dieser Fund war eine der Sensationen der Renovierungsarbeiten.

Kloster Wandorf

Über dem Refektorium liegt der Unterrichtsraum, das Noviziat, in dem die Grundlagen des Paulinerlebens, die höheren Lehren (Philosophische Schule) vermittelt wurden. Die ersten Informationen über diesen Raum stammen aus dem Jahr 1668. Die restaurierte Holzdecke des 110 m2 großen Raumes zeigt seit dem späten Mittelalter übliche Formen, die Balken sind mit Rosetten und Hohlkehlen verziert. Die Nischen an den Seitenwänden sind Plätze für Fenster. Die Unbeschuhten Karmelitinnen, die das Kloster ab 1891 benützten, unterteilten diesen Raum in neun kleine Zellen.  Heute versieht er wieder die ursprüngliche Funktion wie zu Zeiten der Pauliner: hier wird gelehrt und vorgetragen.

Die Außenfassade trug Kellenputz, der von feiner verputzten, gekalkten Streifen gegliedert war. Die Hoffassade hingegen war mit mehrfach gekalktem Reibeputz versehen, wie bei den Renovierungsarbeiten festgestellt wurde. Im Bereich der Nasszellen im Obergeschoß wurden an der Nord- und Südfassade Fensterkonstruktionen aus dem 18. Jahrhundert entdeckt.

Die Straße, die westlich der Kirche verläuft, war ursprünglich ein Friedhof, während Erdarbeiten beim Nebengebäude entdeckte man einen Brunnen. Zwei Stationen des Kreuzweges, der auf den Klosterhügel führte, wurden restauriert und vor dem Gebäude aufgestellt.

Die ausgegrabenen und erhalten Teile des Klosters, deren Geschichte und Zeugnisse, werden den Besuchern auf Informationstafeln vor Ort näher gebracht.

Kloster Wandorf

Die Umbaupläne wurden von zwei Architekten, die mit dem bedeutenden Ybl-Architekturpreis ausgezeichnet wurden, Éva Magyari und Béla Pazár angefertigt, die archäologischen Ausgrabungen führten András Nemes und Tamás Balázsik durch, in Sachen Kunstgeschichte stand Ferenc Dávid mit Rat zur Seite. Die Fresken und Stukkos im Refektorium wurden Györgyi B. Juhász restauriert. Die Einhaltung der baubehördlichen und Denkmalschutzvorschriften wurde vom Leiter des west-transdanubischen Büros des Amts für den Schutz kulturellen Erbes, András Veöreös, überwacht. Der Generalunternehmer der Renovierungsarbeiten war die METO Zrt unter der Leitung des Bauleiters Zoltán Sohodóczki. Ein besonderer Dank gilt Imre Puetáni-Holl, der neben seinen Aufgaben als technischer Inspektor mit wertvollen Ideen zum Erfolg der Arbeit beitrug. Für die Inneneinrichtung zeigen sich István Bársony und Balázs Tanító verantwortlich. Das gesamte Projekt wurde von Mária Vető und András Kránicz geleitet und koordiniert.

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